Hundeerziehung

„Die Basis jeder Beziehung sollte gegenseitiges Verständnis sein. Das ist unter Menschen schon schwer genug – in der Tier-Mensch Beziehung mit völlig verschiedener Sprache, Ausdrucksweise und Wahrnehmung, ist das noch viel schwieriger.

Erziehung des Hundes

„muss“ (auch als Hundeanfänger) nicht zwangsläufig in einer Hundeschule erfolgen, um mit seinem Hund glücklich zusammenzuleben. Wichtig ist, sich Wissen rund um seinen Hund anzueignen und bei der Erziehung jegliche Art von Gewalt abzulehnen. Als sehr hilfreicher Unterstützer bei der Hundeerziehung hat sich der Clicker bewährt. Vorsicht geboten ist vor allem vor sogenannten Hundeflüsterern (vor allem im Fernsehen!). Die gezeigten Methoden sind meist alles andere als gewaltlos und können falsch angewendet oft genau Gegenteiliges bewirken oder sogar zu Unfällen führen.

Moderne Hundeerziehung ohne Gewalt

Hunde sehen Bewegungen besser als wir, selbst kleinste Veränderungen in unserer Mimik fallen ihnen bereits auf. Sie kommunizieren primär mit ihrer Körpersprache, wesentlich seltener findet Kommunikation über Lautgebung statt. Auch spielt die Kommunikation über Gerüche – die sogenannte olfaktorische Kommunikation – eine gewisse Rolle, diese Form der Kommunikation ist für uns Menschen jedoch nur bedingt erlernbar, dafür ist unsere Nase zu wenig entwickelt.
Die Hauptkommunikation bei Hunden findet nonverbal über bewusst und unbewusst gesendete Signale mittels Körpersprache statt. Diese Signale sind oft so fein, werden vom ungeübten Menschenauge nicht wahrgenommen und deswegen schlichtweg ignoriert.
Viele Dinge, die unser Hund uns mitteilen will, nehmen wir also nicht einmal wahr!
Dieses Dilemma führt nicht zuletzt oft zu Verhaltensproblemen… Setzt der Hund nämlich ein feines Signal (z.B. Blinzeln) und dieses wird nicht erkannt, lernt der Hund, „stärkere“ Signale einzusetzen: z.B. Bellen, Knurren, Schnappen oder gar Beißen. Das Erlernen der hundlichen Körpersprache trägt also nicht zuletzt zur Sicherheit bei. Viele Verhaltensprobleme entstehen aufgrund der Überforderung der Hunde. Um zu erkennen, ob der Hund mit einer Situation klarkommt, muss man die Signale erkennen können.

Diese können sein:

  • gähnen
  • abwenden des Kopfes
  • abwenden des ganzen Körpers
  • züngeln (über Nasenrücken lecken)
  • auf dem Boden schnüffeln (ohne erkennbaren Grund)
  • Pfote heben
  • im Bogen gehen
  • erstarren
  • tiefstellen des Vorderkörpers
  • sich hinsetzen oder hinlegen
  • sich kratzen

Dies sind nur einige Signale, die bewusst oder unbewusst gesetzt werden. Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um ein körpersprachliches Signal handelt oder der Hund z.B. wirklich nur schnuppert, muss die Gesamtsituation beurteilt werden: Also in welchem Zusammenhang zeigt der Hund welche Signale wie oft. Eines der am meisten fehlinterpretierten Signale des Hundes ist übrigens das Bogengehen. Wenn man seinen Hund herbeiruft und er dabei nicht in gerader Linie herankommt, sondern in einem Bogen, dies sogar noch langsam und eventuell noch dabei am Boden schnüffelt, so  wird das oft als „Ungehorsam“ interpretiert, der Hund zeigt hier allerdings lediglich hundliches, deeskalierendes Verhalten.
Petra Frey

 

 

Zur Person Petra Frey

Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Petra Frey besitzt zwei umfassende Hundetrainerausbildungen, eine davon hat sie bei der International Dog and Behaviour Trainings School (IDBTS) absolviert, die andere bei Animal Learn. Zusätzlich besucht sie regelmäßig Fortbildungen und Fachtagungen. Petra Frey arbeitet hauptsächlich mit Tierschutzhunden, betreut diese im Tierheim und bietet Hilfestellung nach der Vermittlung an. Sie lebt momentan mit einem Hund zusammen: einer American Staffordshire Terrier aus dem Tierheim. Nähere Informationen zu ihrer Philosophie, Person und ihrem Training findest du unter www.dogdialog.at